St. Georgener Geschichte

Ein kurzer Blick auf die Geschichte St.Georgens zeigt, dass es einst der Sitz und die Wiege bedeutender Geschlechter war.

In den Orten St.Georgen und Steinbach gab es in  grauer Vorzeit zwei Burgen, die als Talsperren die Zugänge vom Steindlberg deckten. Die Burg zu Steinbach, deren Burggraben noch deutlich sichtbar ist, wurde später Mittelpunkt einer ausgedehnten Grundherrschaft (Herren von Steinbach und ihrer Nachfolger, der Starhemberger).

Der Ort St.Georgen war das Symbol der Grenze zweier herrschaftlicher Interessensgebiete. Von Westen her trug das Bistum Passau seine kolonisatorische Tätigkeit an den Fuß des Steindlberges heran, von Osten her machten die Herren von Steinbach ihre Ansprüche geltend. Zu Anfang des 13. Jahrhunderts besaß das Bistum Passau hier einen Meierhof und gründete eine Kapelle, die dem hl. Georg geweiht war.

St.Georgen in der Dreiheit von Meierhof, Kapelle und Feste war seit 1255 im Besitz des Geschlechtes der Jörger. Das Wappen der Jörger (Pflugsech) deutet an, dass sie der bäuerlichen Lebensweise nicht fern standen. Mit dem Ausbau der Schloßkapelle zur Pfarrkirche (1357) schufen sich die Jörger ein bleibendes Denkmal. Die Pfarrkirche zu St.Georgen war bis zur Reformation die Begräbnisstätte für insgesamt 12 Jörger. Neben der Pfarrkirche zu St.Georgen hatte auch die ehemalige, heute verschwundene Maximilianskapelle in der Tolleterau einem Teil der Jörger als Grabstätte gedient. Jener Teil der Ortschaft Tolleterau, in dem diese Kirche stand, trägt heute den Namen Maximilian.

Nach dem Abzug der Jörger aus St.Georgen wurde es still um die Geschichte dieses Ortes. Nur die Pfarrkirche zu St.Georgen gibt in ihrer Ausstattung ein beredetes Zeugnis von der einstigen historischen Bedeutung des Ortes.

St.Georgen hatte also ursprünglich die Funktion eines weltlichen Stützpunktes. Mit der Aufgabe dieser Funktion änderte sich auch das Bild des Ortes.

Die Burgen zu Steinbach und St.Georgen wurden während der Gegenreformation (Jörger waren Anhänger der Reformation) geschliffen, um eine Rückkehr dieses Geschlechtes nach St.Georgen zu verhindern. Der Ort wurde an Bedeutung bald von Grieskirchen und Tollet übertroffen. Er blieb in seiner Entwicklung stecken und wurde mehr und mehr vom bäuerlichen Leben geprägt. Die Leibeigenschaft trat nur in sehr milder Form auf, es kam auch während der Bauernkriege zu keinen besonderen Unruhen.

Lange Zeit gehörte St.Georgen zur Grundherrschaft Tollet. Die Besitzer dieses Schlosses, die Fam. Revertera, werden auch heute noch in der Pfarrkirche zu St.Georgen bestattet.